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Geschichte

Die Geschichte Barntrups und seiner Ortsteile

Barntrup, Alverdissen und Bösingfeld sind städtische Gründungen der Grafen von Sternberg, deren Territorium im Jahre 1220 von dem Herrschaftsgebiet der Schwalenberger Grafen abgetrennt wurde.

Im Jahre 1227 erstmals erwähnt, als oppidum 1317 von der Mutterkirche Bega der Diozöse Paderborn abgetrennt, werden Barntrup am 21. Mai 1376 vom Grafen Heinrich V von Sternberg durch Urkunde die Stadtrechte verliehen. Schon 1353 werden Bürger und 1357 der Rat erwähnt. Weil die politische Bedeutung der Grafschaft Sternberg zurückging und ein tragfähiges Hinterland fehlte, konnten sich die Siedlungen nicht recht entwickeln.

Alverdissen, das 150 Jahre Residenz der gräflichen Linie Lippe-Alverdissen war, und auch Bösingfeld, behielten den Charakter dörflicher oder halbstädtischer Marktflecken. Auch Barntrups Stellung, obgleich seit 1376 mit Stadtrechten versehen, entsprach im 16. und 17. Jahrhundert nur der eines Marktfleckens.

Im 18. Jahrhundert ging die Stadt dagegen an und erreichte in der Lippischen Verfassung von 1836 mit Lage gemeinsam einen Vertreter für den Landtag. In jener Zeit entstand der plattdeutsche Vers:

Deppelt dat hauge Fest - Lemje dat Hexennest

Hauern de Kreone - Blomberg de Bleome

Lufeln dat Soltfatt - Barntrup well auk nau watt

Ursprünglich hieß Barntrup "Berninctorp" und lag als frühe Siedlung am Schratweg, wo noch heute ein altes Katasterstück "Aule Kerke" heißt. Zwischen 1317 und 1359 entstand auf dem "Thornesberg", dem Hügelrücken, der sich von Osten nach Westen in das obere Begatal hineinschiebt, ein neues "Berninctorp", das planmäßig als Siedlung auf der höchsten Stelle des 189 m hohen Bergrückens angelegt wurde und mit seinem Dreistraßensystem den alten Kern des heutigen Barntrups bildet.

Der patronymische Ursprungsname der Siedlung, das Dorf des Bero oder Berno d.h. Bernhard, entwickelte sich im Volksmund und den Urkunden zu dem heutigen Stadtnamen - in der Amtssprache.

Drei Tore führten in den Ort hinein, die Niedere Pforte, das Ostern Tor und das Alverdisser Tor. Barntrup wurde an der Südseite durch eine Mauer und an den anderen Seiten durch Mauerstücke, Wälle und breite Knicks geschützt. An der Nordostecke lag die gräfliche Burg der Sternberger, deren Reste dem Stadtbrand von 1658 zum Opfer fielen. Aus der Stadtkrone ragt im Westen das schöne zwischen 1577 - 1588 erbaute Renaissanceschloß des Rittergeschlechts von Kerßenbrock, das noch heute im Familienbesitz ist.

Durch Kriegswirren, Verkauf an die Schaumburger Grafen und wiederholte Verpfändungen, wurde die Entwicklung der jungen Stadt oft gehemmt. Seit die Grafschaft Sternberg an Lippe kam, setzten die Barntruper eine halbe lippische Rose neben den halben Sternberger Stern in ihr Wappen.

Nachdem durch die Gebietsreform vom 1. Januar 1969 das alte Bergstädtchen Großgemeinde wurde, setzt Barntrup seine 600jährige Tradition zusammen mit den umliegenden Ortsteilen Alverdissen, Sonneborn, Selbeck und Sommersell, als eine aufstrebende Stadt mit rund 10.000 Einwohnern zwischen Teutoburger Wald und den Weserbergen fort.

Außerhalb der alten Stadt entstanden neue Wohnbezirke und Industriegebiete. Durch den Ostwestfalenplan gefördert, entwickelte sich aus einer einstmals kleinen Ackerstadt eine rege aufstrebende Stadt der Arbeit und ein Mittelzentrum für das umliegende Land. Dafür bildeten die günstige Lage an den Bundesstraßen B1 und B66, der Bundes- und Extertalbahn günstige Voraussetzungen.

Die reizvolle Lage der Altstadt auf dem Hügelrücken oberhalb der Bega mit den umliegenden ausgedehnten Waldungen, den weiten Talmulden, Wiesen- und Ackerflächen ließen Barntrup mit seinen umliegenden Gemeinden zu einem bevorzugten Erholungsgebiet werden.
Das Barntruper Schloss verborgen hinter Bäumen

Ein ausgebautes Schulzentrum mit Gymnasium, Hauptschule und großer Dreifachturnhalle vermag alle Bildungswünsche zu erfüllen. Für alle aktiven Sportler stehen je ein beheiztes Freibad in Barntrup und im Ortsteil Alverdissen, sowie Tennisplätze und Tennishallen, zur Verfügung. Alle Spaziergänger und Wanderer können Wanderungen auf gut ausgezeichneten Wegen unternehmen.

Auswärtige Besucher bestaunen immer wieder die vielfachen landschaftlichen Schönheiten der einzelnen Ortsteile im oberen Begatal, die Lage Barntrups mit der schönen Stadtkrone über dem Tal, das trutzige Rennaissanceschloß im Westen, die Kirche und das Rathaus inmitten des Stadtkerns und dazu die alten Fachwerkhäuser, die an längst vergangene Zeiten erinnern.

Zu der Großgemeinde Barntrup gehören noch zwei Kirchspiele als Ortsteile: Alverdissen und Sonneborn.

Alverdissen gehört auch zu den Stadtgründungen der Sternberger Grafen. Als Tor zum Extertal wird Alverdissen bereits 1151 unter den Besitzungen aufgezählt, die zur Erstausstattung des 1011 gegründeten Herforder Stifts auf dem Berge gehörten. 1370 schon hat es als städtische Siedlung einen Rat, einen Bürgermeister und einen vom Grafen eingesetzten Richter gegeben. Auch ein Ratssiegel "Sigillum opidi Alverdissen" hat es gegeben.

Im Ortsgrundriss finden wir das in Lippe typische 3-Straßen-Schema klar ausgeprägt mit einer Vorder-, Mittel- und Hinterstraße. Durch die Mittelstraße läuft die alte Heerstraße Lemgo - Hameln (Die heutige Bundesstraße B66). Im Jahre 1377 verkauften die Sternberger Grafen ihre Herrschaft an das mit ihnen verwandte Haus Honstein-Schaumburg. Durch Verpfändung kam die Herrschaft Sternberg und damit auch Alverdissen im Jahre 1405 in den Besitz der lippischen Grafen, die dieses Pfand nie wieder hergaben. Von 1616 bis 1777 war Alverdissen die Residenz der Paragiallinie Lippe-Alverdissen und entfalteten Höfischen Glanz. Graf Phillip Ernst ließ 1662 an Stelle des baufällig gewordenen, ein neues Schloss bauen, das in späterer Zeit als Amtsgericht diente und heute als Dependance des Staatsarchivs Detmold eingerichtet wurde.

Eine in barocken Formen erbaute alte Grabkammer an der Nordseite der Alverdisser Kirche mit verstorbenen Familienmitgliedern der gräflich lippischen Familie erinnert noch heute an verklungene Zeit.

An Niedersachsens Grenze liegt abseits das Kirchdorf Sonneborn. Der wuchtige romanische Wehrturm der Kirche ist schon um 1200 entstanden; das zweijochige Schiff und der Chorraum wurden um 1300 erbaut. An der Südseite der Kirche ist das Wappen des Rittergeschlechts derer von Kerßenbrock eingehoben mit der Jahreszahl 1518 und erinnert daran, dass sie einst Patronatsherren von Sonneborn waren und auch die Kirche renovieren ließen. Bei Renovierungsarbeiten wurden vor einigen Jahren bedeutende Malereien an Wänden und Gewölben entdeckt, die aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts aus lutherischer Zeit, stammen und in drei Zyklen den Leidensweg Christi darstellen.

Sonneborn liegt in reizvoller Lage zwischen Saalberg und Knappberg. Felder, Weiden und dunkle Hecken ziehen sich bis zum Gipfel hinauf. Der Gipfel des 285 Meter hohen Knappbergs ist wegen seiner zahlreichen, zum Teil seltenen Pflanzenarten, zum Naturschutzgebiet erklärt worden.

Der Windmühlenstumpf auf dem Saalberg, welcher 343 Meter hoch ist, gewährt einen herrlichen Rundblick ins obere Bega- und Hummetal, zu den Weserbergen und dem Teutoburger Wald.

Am Rande größerer Waldgebiete inmitten abwechslungsreicher Feldmark liegen die beiden Ortsteile Selbeck und Sommersell. Früher zwei Bauerndörfer mit vielen Zieglerfamilien - heute sind dort schöne ruhige Wohnsiedlungen entstanden. Schattige Waldwege,Grillplätze mit Schutzhütten, Teichanlagen, dazu die Ruhe abseits vom lauten Verkehr, laden zu erholsamen Spaziergängen ein.

Heute präsentiert sich Barntrup als moderne Stadt mit rund 10.000 Einwohnern, Industrie, Handwerk und einem großen Dienstleistungssektor.

Weitere Geschichtliche Informationen...

... erhalten Sie im Internet-Portal "Westfälische Geschichte" http://www.westfaelische-geschichte.de/